Während die meisten Abiturienten oder Absolventen einer Fachoberschule im Anschluss an den Schulabschluss einen Studiengang an einer herkömmlichen Hochschule oder Fachhochschule wählen, stehen für Berufstätige zahlreiche Fernstudiengänge für die erste oder die weitere akademische Ausbildung zur Verfügung. Im Rahmen dieser Fernstudiengänge ist die Erlangung akademischer Grade ebenso möglich wie im Rahmen der entsprechenden Präsenz-Studiengänge.
Präsenz-Studiengängen fordern von den Studierenden die Anwesenheit bei Vorlesungen und Seminaren. Der Arbeitsaufwand einschließlich der notwendigen Vor- und Nachbereitung, der Anfertigung von Prüfungsarbeiten sowie der Abschlussarbeit beträgt in den aktuellen Bachelor-Studiengängen fast 40 Stunden in der Woche. Eine Berufstätigkeit ist in der Regel daneben nicht mehr möglich.
Verlauf des Fernstudiums
Fernstudiengänge zeichnen sich dadurch aus, dass von den Studierenden keine oder nur eine bestimmte Anzahl von Präsenzstunden gefordert wird. Der Lehrstoff wird überwiegend durch Skripte, in jüngster Zeit immer mehr durch multimediale Materialien vermittelt. Darüber hinaus finden auch Seminare im Rahmen von Videokonferenzen oder in sogenannten digitalen Hörsälen statt. Sind Seminare mit Anwesenheitspflicht vorgeschrieben, so ist ihre Zahl begrenzt, die Termine können vom Studierenden selbst festgelegt werden. Dies gilt auch für in einzelnen Studiengängen notwendige Praktika.
Der Studierende kann die ihm zur Verfügung stehende Zeit selbst bestimmen und einteilen, damit Schnelligkeit und Dauer seines Studiums.
Anbieter von Fernstudiengängen
Zu den bekanntesten Anbietern von Fernstudiengängen gehört die bereits 1974 gegründete FernUniversität in Hagen, die von Anfang an lediglich Fernstudiengänge angeboten hat. Die Hagener FernUniversität ist die größte Hochschule Deutschlands; im Sommersemester 2011 waren knapp 76.000 Studenten eingeschrieben.
Neben dieser Institution bieten bereits seit längerer Zeit zahlreiche private Institutionen Fernstudiengänge zur Erreichung akademischer Grade an. Die erste private Hochschule wurde bereits 1959 gegründet; die AKAD-Privathochschulen sind derzeit der größte Verbund privater Hochschulen in Deutschland.
Die privaten Institutionen sind sämtlich staatlich anerkannt und vom deutschen Akkreditierungsrat geprüft, begutachtet und akkreditiert.
Seit einigen Jahren bieten auch traditionelle Präsenzuniversitäten und –hochschulen vermehrt Fernstudiengänge an. Während zunächst vor allem weiterführende (Master-)Studiengänge entwickelt wurden, können nun auch Grundstudiengänge absolviert werden.
Kosten
Ob ein Fernstudium an einem öffentlichen-rechtlichen oder einem privaten Institut gewählt wird, ist auch im Hinblick auf die Kosten zu prüfen. Während an der FernUni Hagen bis 2010 keine Studiengebühren erhoben wurden, sind bei den privaten Institutionen nicht unerhebliche Gebühren zu entrichten. Im Hinblick auf die Diskussion über Studiengebühren an deutschen Hochschulen und Universitäten kann derzeit kein abschließender Vergleich der Kosten eines Fernstudiums erfolgen.
Überblick
Einen Überblick über zahlreiche Fernstudiengänge sowie die Anbieter bietet die Internetseite http://fernstudium-finden.de Hier finden Interessenten übersichtliche A-Z-Listen zu den in Deutschland angebotenen Fernstudiengängen, zu den einzelnen Studiengängen ausführliche Informationen über die Zulassungsvoraussetzungen und den Aufbau. Fernstudiengänge werden darüber hinaus nach Fachbereichen geordnet, was die Suche auf einem bestimmten Fachgebiet erleichtert.
Die Anbieter von Fernstudiengängen sind ebenfalls übersichtlich gelistet und detailliert beschrieben. Darüber hinaus werden auf die Möglichkeiten eines Fernstudiums an ausländischen Institutionen hingewiesen und zahlreiche Hochschulen weltweit beschrieben, die Fernstudiengänge anbieten.